K.O.-Tropfen: Heimlich. Gefährlich. Leider Realität.
Wie du dich schützT & was du tun kannst, wenn es passiert ist.
Das Nachtleben soll Spaß machen – aber leider birgt es auch Risiken. Eines davon: K.O.-Tropfen. Heimlich verabreicht, können sie Menschen handlungsunfähig machen, um Straftaten wie Raub oder sexuelle Übergriffe zu begehen. Auch in Würzburg gibt es leider immer wieder Verdachtsfälle. Deshalb ist es uns wichtig, darüber aufzuklären: Wie erkennst du K.O.-Tropfen? Wie kannst du dich schützen? Und was tun, wenn du betroffen bist – oder jemand in deinem Umfeld?
Was sind K.O.-Tropfen eigentlich?
K.O.-Tropfen sind meist farb- und geruchlose Substanzen wie GHB oder GBL, die häufig in Getränken verabreicht werden. Sie wirken stark dämpfend, führen je nach Dosis zu Entspannung, Orientierungslosigkeit, Bewusstlosigkeit oder gar Atemstillstand. Besonders gefährlich ist die Kombination mit Alkohol – schon geringe Mengen können schwere Folgen haben.
Symptome erkennen – bei dir selbst oder anderen
Typische Anzeichen nach dem Konsum (meist unbemerkt) können sein:
- Plötzliche Schläfrigkeit, Schwindel oder Verwirrtheit
- Erinnerungslücken („Filmriss“) trotz wenig Alkohol
- Wahrnehmung wie „in Watte gepackt“
- Koordinationsstörungen, Übelkeit, Erbrechen
- Gefühl von Kontrollverlust oder Entfremdung
- Vage, bruchstückhafte Erinnerungen an die Zeit nach dem Konsum


Was du im Verdachts- bzw. Akutfall tun kannst
- Sofort Hilfe holen: Informiere Security, Barpersonal und/oder Freund:innen. Rufe im Zweifel den Notruf (112).
- Nicht alleine lassen: Begleite betroffene Personen bis Hilfe eintrifft – und am besten auch darüber hinaus.
- Beweise sichern: K.O.-Tropfen sind nur 6–12 Stunden im Körper nachweisbar. Im Verdachtsfall sollten Betroffene sofort ins Krankenhaus bzw. zur Rechtsmedizin – oder eine Urinprobe in einem sauberen Gefäß auffangen und kühl lagern.
Was kannst du im Vorfeld tun?
Schütze dich und andere – aber ohne Schuldumkehr: Die Verantwortung liegt immer beim Täter! Dennoch helfen diese Tipps zur Risikominimierung:
- Getränke nie unbeaufsichtigt lassen
Keine offenen Drinks von Fremden annehmen - In Gruppen feiern – achtet aufeinander („Buddy-System“)
- Bei Unwohlsein lieber früher als später handeln
- Nutze Tools wie Cupguards oder Bottleguards, die verhindern, dass jemand unbemerkt etwas ins Getränk mischt
- Es gibt auch Schutz-Gadgets wie spezielle Nagellacke, Strohhalme oder Armbändchen, mit denen man Getränke testen kann. Aber: Diese Produkte erkennen meist nur wenige Substanzen, es gibt aber über 100 verschiedene Wirkstoffe. → Kein Schutz-Gadget bietet 100%-ige Sicherheit!
Deshalb gilt: Tools und Gadgets können unterstützen – aber der beste Schutz bleiben Aufmerksamkeit, gegenseitige Achtsamkeit und schnelles Handeln im Verdachtsfall.
Hilfe und Beratung in Würzburg
Medizinische Untersuchung & Spurensicherung
• Institut für Rechtsmedizin Würzburg (Prof. Dr. Bohnert) → Vertrauliche Spurensicherung möglich
• Kliniken wie Missio oder Uniklinik Würzburg → Auch außerhalb der Bürozeiten ansprechbar
Beratungsstellen
• Wildwasser Würzburg e. V.
→ Vertrauliche Beratung, auch anonym
→ Begleitung zu weiteren Stellen möglich
www.wildwasserwuerzburg.de
• Frauenberatung im SKF Würzburg
→ Begleitung bei der Verarbeitung, Kenntnisse zur Spurensicherung
www.skf-wue.de

Ein Hinweis zum Schluss
Wer von K.O.-Tropfen betroffen ist, braucht keine Vorwürfe, sondern Unterstützung! Viele Betroffene empfinden Scham oder zweifeln an der eigenen Wahrnehmung. In der Beratung geht es auch darum, das Erlebte zu ordnen und zu verarbeiten. Wenn du dir unsicher bist: Sprich mit jemandem, dem du vertraust! Oder melde dich bei einer Beratungsstelle. Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass Würzburgs Nachtleben ein sicherer Ort für alle bleibt.