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Miteinander leben & feiern

Bitte leise im Wohngebiet! Warum wir Hinweisschilder zur Nachtruhe auFHängen

Wer an einem warmen Sommertag durch Würzburg unterwegs ist, erlebt eine lebendige
Stadt. Menschen treffen sich am Mainufer, in Parks oder auf Plätzen, sitzen vor Bars und
Kneipen oder genießen gemeinsam den Sommerabend.


Viele beliebte Treffpunkte in Würzburg liegen jedoch in unmittelbarer Nähe zu
Wohngebieten. Wenn sich die Gruppen später auf den Heimweg machen oder vom Mainufer
weiter in Richtung Innenstadt ziehen, um Bars und Clubs zu besuchen, durchqueren sie
häufig Straßen und Gassen, in denen Menschen schlafen. Nächtliche Lärmspitzen durch
laute Gespräche, Rufe über die Straße, Gelächter oder Musik aus Bluetooth-Boxen reichen
oft aus, um Anwohnende aus dem Schlaf zu wecken …

Verändertes Ausgehverhalten seit der Pandemie

Während der Corona-Pandemie entwickelte sich deutschlandweit ein Trend zum Feiern unter freiem Himmel, der bis heute anhält. Auch in Würzburg veränderte sich das Ausgehverhalten nachhaltig: Das Sanderauer Mainufer beispielsweise, das zuvor vor allem als Naherholungsgebiet genutzt wurde, entwickelte sich während der Lockdowns zu einem weithin bekannten Hotspot für das Feiern unter freiem Himmel.

Was zunächst eine Ausnahmesituation war, ist heute fester Bestandteil der Sommermonate. Regelmäßig treffen sich dort Hunderte Menschen aus Würzburg und dem weiteren Umland zum Sonnenbaden, Schwimmen, Grillen und Feiern.

Mit der steigenden Beliebtheit nahmen jedoch auch die Nutzungskonflikte und die Belastungen für das angrenzende Wohngebiet zu. Laute Musik bis spät in die Nacht, große Müllmengen, Glasscherben, Wildpinkeln und nächtliche Ruhestörungen führten zu einer wachsenden Zahl von Beschwerden aus der Anwohnerschaft.

Die Antwort der Stadt: ein Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen

 

Die Stadt Würzburg reagierte auf diese Entwicklung mit dem Gesamtkonzept „Nachtleben in Würzburg – sicherer und konfliktfreier machen!“. Zu den 2022 beschlossenen Maßnahmen gehören am Sanderauer Mainufer unter anderem das Musikanlagenverbot ab 22 Uhr im vorderen Bereich, zusätzliche Mülleimer und mobile Toiletten sowie die Gestaltung der sog. Stadtterrasse abseits der Wohnbebauung mit neuen Sitzgelegenheiten.

 

In den Folgejahren kamen eine Beleuchtung im hinteren Bereich zur Verbesserung der Orientierung und des Sicherheitsempfindens sowie eine fest installierte WC-Anlage hinzu.

 

Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Kontrollen von Polizei und Kommunalem Ordnungsdienst sowie durch das Projekt „Miteinander leben & feiern“, das auf Information, Dialog und Konfliktprävention setzt.

Persönliche Ansprache und freundliche Erinnerungen

Unsere Nachtmediator:innen sind freitags und samstags am Sanderauer Mainufer sowie in der Sanderstraße und an weiteren Hotspots der Würzburger Innenstadt unterwegs, um bei Feiernden Bewusstsein für die Bedürfnisse der Anwohnenden zu schaffen.

 

Um auch außerhalb unserer Einsatzzeiten für diese Themen zu sensibilisieren, wurden vor Kurzem großformatige, zweisprachige Informationsbanner direkt am Sanderauer Mainufer installiert. Seit dieser Woche werden sie durch Hinweisschilder zur Nachtruhe entlang stark genutzter Wege in angrenzenden Wohngebieten ergänzt – nicht nur in der Sanderau, sondern auch in der Nähe weiterer Partyhotspots der Innenstadt.

 

Unsere Erfahrung aus bald vier Jahren Nachteinsätzen zeigt: Vielen Menschen ist gar nicht bewusst, dass sie sich in einem Wohngebiet oder in unmittelbarer Nähe dazu befinden oder wie weit Stimmen und Geräusche nachts tragen. Natürlich erreichen wir mit den Hinweisschildern nicht alle Menschen – aber viele. Denn manchmal genügt schon eine freundliche Erinnerung, damit aus einem lauten Heimweg ein rücksichtsvoller wird. Und jeder vermiedene nächtliche Weckmoment ist ein Gewinn für ein gutes Miteinander in unserer Stadt.

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